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Layouten und Gestalten

Résumé : Die meisten Schriftobjekte waren dazu bestimmt, gelesen zu werden, normalerweise von Menschen, gelegentlich auch von Göttern, manchmal von beiden. Ein irgendwie geartetes Publikum war – und ist – in jedem Akt des Schreibens implizit enthalten. Um eine Botschaft zu vermitteln und den Leseprozess (→Lesen und Entziffern) zu erleichtern, konnte man sich bestimmter Konventionen bedienen. Dazu gehörten unter anderem der Gebrauch von Linien, gemalten Buchstaben, Satzzeichen oder Layout-Elementen. Dieser Artikel nimmt seinen Ausgangspunkt bei dem letztge-nannten Merkmal, dem Layout des geschriebenen Wortes auf einem Trägermaterial. Er betrachtet die Weisen, in denen das Layout durch scheinbar disparate Faktoren wie ästhetische Erwägungen, praktische Beschränkungen, physische Eigenschaften, politische Ziele und funktionale Überlegungen beeinflusst werden konnte. Beson-deres Gewicht wird auf das gelegt, was man sehr breit als die " westliche Tradition " von der gräko-römischen Welt bis zum mittelalterlichen Europa bezeichnen könnte, wohlwissend, dass das Nachdenken über die Anordnung des geschriebenen Worts auf einer gegebenen Oberfläche etwas Universelles darstellt, das auch andere Räume und Kulturen beschäftigte. In Griechenland taucht der früheste Beleg im 8. Jahrhundert v. Chr. auf, lange bevor eine Präferenz für das Schreiben von links nach rechts sich durchgesetzt hatte. Beeinflusst durch das phönizische Schreibsystem verlaufen die frühesten Inschrif-ten (zumindest von unserem Blickwinkel aus) rückläufig von rechts nach links. Da die frühesten Inschriften meist nicht viel mehr als Besitzverzeichnisse darstellen – sei es, dass sie menschlichen oder göttlichen Besitz anzeigen –, tendieren sie dazu, kurz zu sein. Sie beschränken sich auf größeren Objekten auf eine einzelne Zeile oder, bei kleineren Objekten wie Gefäßen oder Statuetten, auf ein Textband, das der Kontur der Objekte folgt. Längere Inschriftentexte schlängeln sich hin und her, von rechts nach links und dann von links nach rechts (oder umgekehrt). Dieser Stil heißt bustrophedon und hat seinen Namen von dem Bild des pflügenden Ochsen (gr. bus), der sich fortlaufend hin und her über ein Feld bewegt.1 Frühe Versuche, ein Layout zu erstellen, lassen sich an dem berühmten Becher von Pithekussai aus dem 8. Jahrhundert v. Chr., auch bekannt als " Nestorbecher " , feststellen (SEG [Supplementum Epigraphicum Graecum] XIV 604, CEG [Carmina Dieser Beitrag ist im SFB 933 " Materiale Textkulturen " entstanden, der durch die DFG finanziert wird.  1 Jeffery 1961, 43–50. Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivatives 3.0 Lizenz.
Keywords : Layout
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https://hal-amu.archives-ouvertes.fr/hal-01404823
Contributor : Élodie Attia <>
Submitted on : Tuesday, November 29, 2016 - 11:59:24 AM
Last modification on : Wednesday, January 18, 2017 - 9:46:36 AM
Long-term archiving on: : Monday, March 20, 2017 - 10:54:40 PM

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[9783110371291 - Materiale Tex...
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Rodney Ast, Elodie Attia, Andrea Jördens, Christian Schneider. Layouten und Gestalten. Materiale Textkulturen. Konzepte – Materialien – Praktiken, 2015, ⟨10.1515/9783110371291.597⟩. ⟨hal-01404823⟩

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